Kupieren - NEIN Danke!

Als Besitzerin einer leider kupierten älteren Hündin aus 2. Hand, ist es mir wirklich ein Anliegen, auf die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland hinzuweisen. Die sind zum Glück ganz klar.

 

DAS KUPIEREN IST IN DEUTSCHLAND VERBOTEN !

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Rechtliche Bestimmungen für alle Hunderassen

In vielen Ländern Europas ist das Kupieren bei Hunden mittlerweile verboten, in der Schweiz seit 1997, in Deutschland seit 1987 (Ohren) bzw. 1998 (Schwanz), in Österreich seit 2000. Ausnahmen sind Amputationen aus medizinischer Indikation (z. B. Tumore, Schwanzabriss) oder in Deutschland bei jagdlicher Nutzung. Dieses Kupierverbot gilt auch dann, wenn der Eingriff in den Ländern durchgeführt wird, wo dies noch erlaubt ist. In die Schweiz und einigen anderen europäischen Ländern dürfen kupierte Hunde auch nicht mehr eingeführt werden (Ausnahmen sind Kurzbesuche von Ausländern, ein Nachweis der Amputation infolge medizinischer Indikation oder nachweisliches Kupieren vor Inkrafttreten der Bestimmungen).

Das Kupieren der Ohren, z. Bsp. eines Dobermann, fügt dem Tier langanhaltende Schmerzen zu, die nicht auf einem vernünftigen Grund beruhen. Die Maßnahme ist deshalb tierschutzwidrig und strafbar. Dies gilt auch dann, wenn der Eingriff an den Ohren nicht in Deutschland, sondern im Ausland vorgenommen wurde, wo dies noch erlaubt ist. Denn wer seinen Hund nur deshalb kurzfristig ins Ausland bringt, um dort die Ohren kupieren zu lassen, macht sich strafbar, weil der Hund die Schmerzen nicht nur unmittelbar beim Eingriff hat. Diese Schmerzen dauern vielmehr noch mehrere Wochen während der Nachbehandlung (2-4 Wochen) an. Ein vernünftiger Grund für das Kupieren der Ohren liegt im Sinne des Tierschutzgesetzes nicht vor (AG Neunkirchen, Az. 19.536/93).

Kupieren der Rute 

Für das Kupieren der Rute werden von Befürwortern verschiedene Gründe angeführt. Zum Beispiel soll bei kurzhaarigen Rassen ein Verletzungsrisiko vermieden werden durch Anschlagen des von Fell nur ungenügend gepolsterten Schwanzes. Jagdlich geführten Hunden sollte bei der Arbeit im dichten Holz angeblich eine höhere Beweglichkeit ermöglicht werden. Deshalb darf dieser Eingriff bei einigen Jagdhunderassen auch heute noch durchgeführt werden. Eine kupierte Rute benachteiligt den Hund aber in Sachen Gesten der Verständigung und bei der Bewegung wie beim Lauf durch Kurven, bei Sprüngen usw.

Das Kupieren der Rute bei Hunden wird in einem Alter von 1-3 Tagen vorgenommen, heutzutage meist unter Vollnarkose. Durch wissenschaftliche Untersuchungen wurde die Behauptung widerlegt, dass die Hunde keine Schmerzen hätten (wenn dies ohne Narkose durchgeführt wird). Danach empfinden neugeborene Hunde Schmerzen wesentlich stärker als ausgewachsene Hunde. Bei dem Eingriff wird die Haut zirkulär mit einem Skalpell eingeschnitten und zurückgezogen und der Schwanz wird zwischen den Wirbeln gekappt. Ein Vernähen ist in der Regel nicht notwendig, da sich die Wunde innerhalb kürzester Zeit verschließt, wird aber heutzutage oft gemacht. Bei älteren Hunden ist das Kupieren des Schwanzes ein weitaus aufwändigeres Operationsverfahren. Es bedarf neben einer adäquaten Schmerz- oft auch einer auf den Eingriff folgenden Antibiotikatherapie.


Kupieren der Ohren 

Das Kupieren der Ohren wird in der Regel im Alter von 7-14 Wochen durchgeführt. Dies erfolgt in Vollnarkose. Dabei wird das Ohr in einer Metallklemme („Kluppe“) eingeklemmt. Diese gibt die spätere Form des Ohres. Vor dem Einklemmen in der Kluppe müssen die Ohren genauestens abgemessen werden, damit gleichgroße Ohren geschnitten werden. Nachdem das Ohr beschnitten wurde, werden die Ränder vernäht, damit sich ein Wundrand bildet. Die Ohren werden dann unter Spannung über den Kopf des Hundes mit Klebeverband befestigt, damit sich die Wundränder nicht zusammenziehen können und somit die neue Form der Ohren zerstört wird. Nach dem Eingriff sollte aufgrund der Infektionsgefahr eine adäquate Antibiotikatherapie durchgeführt werden und postoperativ eine angemessene Schmerztherapie.

Nach einer Woche werden dann die Ohren für mehrere Wochen bis Monate in einem Gestell, welches auf dem Kopf platziert wird eingespannt oder mittels Tampons hochgeklebt. Dies ist notwendig, da der Knorpel des Ohres nicht hart genug ist um das Ohr in aufrechter Position zu halten. Dieser Vorgang ist zum Teil langwierig, wenn das Ohr nicht adäquat kupiert wurde.

Aufgrund von falsch angelegten Kluppen, zu lang oder zu schmal geschnittenen Ohren oder nicht sachgerecht durchgeführtem Hochbinden gibt es manchmal Schwierigkeiten. Es kann passieren, dass entweder nur ein Ohr steht oder beide Ohren nicht zum Stehen kommen. In solchen Fällen sind erneute Korrekturoperationen notwendig, wie z. B. das Einsetzen von Silikonstäbchen in das Ohr zur Stabilisierung, ebenso werden Muskelstraffungen am Kopf oder Hautentfernungen durchgeführt.

 

Ausstellungsverbot

 

Seit 2002 gilt beim VDH ein Ausstellungsverbot für Hunde aus dem In- und Ausland, deren Ohren nach dem 1. Januar 1987 oder deren Rute nach dem 1. Juni 1998 amputiert wurden.

Aus diesem Grund werden heute viele Ausstellungen für bestimmte Hunderassen im Ausland durchgeführt (z. B. in Italien und in Tschechien).

Was bedeutet das nun für die Züchter von Russischen Toy Terriern?

 In letzter Zeit kann man auf ausländischen Ausstellungen (vorwiegend in Osteuropa) immer öfter Hunde mit nicht kupierten Schwänzchen antreffen. Es gibt leider noch immer Anhänger, aber auch immer mehr Gegner, es wird darüber Streit geführt und man tauscht Argumente aus. Aber eines muss allen Züchtern in Deutschland (und auch im Ausland) klar sein:

 

Um diese Rasse nach ihrer Anerkennung durch das FCI in der internationalen Arena zu verbreiten, müssen sich die Gegner mit der Existenz nicht kupierter Ruten abfinden, oder ihre Hunde nur in den Grenzen des osteuropäischen Auslands ausstellen.

 

Zur Veranschaulichung hier ein Zitat aus den Regeln für die Durchführung von Ausstellungen in Deutschland:

Nach der neuen Tierschutz-Hundeverordnung gilt ab 1. Mai 2002 ein Ausstellungsverbot für folgende Hunde aus dem In- und Ausland:
1. Ohren kupiert nach dem 01.01.1987.
2. Rute kupiert nach dem 01.06.1998 (Ausnahme: jagdliche Verwendung gemäß deutschem Tierschutzgesetz).
3. Das Ausstellungsverbot gilt nicht in den Ausnahmefällen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt; eine entsprechende Bescheinigung ist der Meldung beizufügen.

Für die Teilnahme an Hundeausstellungen in Finnland ist, wenn der Hund nach dem 01.01.2001 geboren wurde, das Vorhandensein der Rute obligatorisch.

 

Noch weiter ist die Schweiz gegangen:
1. Verbot des Kupierens der Ohren seit 1981.
2. Verbot des Kupierens der Rute seit 1997.
3. Einfuhrverbot für Hunde mit kupierten Ohren oder Ruten (Ausnahme: Einwanderung oder kurzzeitiger touristischer Besuch des Hundebesitzers) seit 01.06.2002.

 

 

 

©KarmenRose
©KarmenRose

TIPP: Als Welpenkäufer im Ausland, solltet Ihr schon vorab unbedingt nach nicht kupierten Welpen fragen und einen Kauf wirklich davon abhängig machen, dass Euer Welpe nicht kupiert wird. Egal was man Euch für Vorteile und Gründe nennt. Es gibt keinen Grund für die Verstümmelung eines Familienmitgliedes.

 

Wer soll Euch sonst jeden  Morgen, fröhlich schwanzwedelnd begrüßen?

 

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